WEITERVERWENDEN

»you cannot run a linear system on a finite planet indefinitely«

Annie Leonard, 2007

Gesellschaftliche und strukturelle Veränderungen bieten Möglichkeiten, vorhandene Qualitäten gebauter Substanz neu zu entdecken. Weiterverwenden bedeutet Bestehendes verändern, korrigieren, verdichten, anpassen, hinterfragen, neu ordnen oder umnutzen – ohne Abriss. Die Geschichte aufdecken und Zukunft gestalten. Voraussetzung dafür ist das Verstehen, das Beobachten, das Analysieren des Vorhan-denen. Gesucht werden Projekte, die sich auf besondere Weise mit diesen Themen auseinandersetzen.

An Hochschulen wird Raum zum Experimentieren und Erforschen gewährt. Der BDA Baden-Württemberg möchte sich mit dem Thema „weiterverwenden“ dem innovativen Potential von Studienarbeiten annehmen. Welche Strategien und Konzepte finden sich in euren Ideen? Reicht sie ein, alleine, zu zweit oder als Team – wir sind gespannt!

Der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA Landesverband Baden-Würt-temberg lobt den Nachwuchspreis Die*JungenHugos 2024 für Architekturstudierende der Hochschulen in Baden-Württemberg aus. Ziel ist es, der jungen Generation die Möglichkeit zu geben, sich mit ihren Entwürfen zu präsentieren und in einen Diskurs über die gesellschaftliche Relevanz planerischen Gestaltens einzubringen.

Jury

 

Wir stellen gerade eine spannende Jury für das Verfahren 2024 zusammen. Sobald die Mitglieder feststehen, werden sie hier bekannt gegeben.

Teilnahme 2024

Auslober

Auslober des Auszeichnungsverfahrens Die*JungenHugos 2024
(früher Hugo-Häring Nachwuchs-Förderpreis) ist der

 

Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA

Landesverband Baden-Württemberg

Friedrichstraße 5

70174 Stuttgart

www.diejungenhugos.bda-bawue.de

Kurzfassung der Aufgabenstellung

Der BDA Landesverband Baden-Württemberg lobt den Preis Die*JungenHugos 2024 für Architekturstudierende der Hochschulen in Baden-Württemberg aus. Unter dem Thema »weiterverwenden« können Studienarbeiten eingereicht werden, die Bestehendes verändern, korrigieren, verdichten, anpassen, hinterfragen, neu ordnen oder umnutzen – ohne Abriss.

Teilnahmeberechtigung

Teilnahmeberechtigt sind alle Architekturstudierende, die zum Zeitpunkt der Erstellung der Arbeit an einer Hochschule in Baden-Württemberg eingeschrieben sind/waren. Zugelassen werden alle Entwürfe, die seit dem Sommersemester 2021 erarbeitet wurden, auch Bachelor- und Masterarbeiten. Als Nachweis ist eine Kopie des Studierendenausweises mit einzureichen. Es können Einzelarbeiten und auch Gruppenarbeiten eingereicht werden.

Leistungen

Einzureichen sind abgeschlossene, von den Lehrstühlen betreute oder frei bearbeitete, Studienarbeiten zum Thema  »weiterverwenden« . Die gewählte Darstellung hängt von der Entwurfsaufgabe ab. Da die Inhalte sehr verschieden sein können, werden die Mittel der Darstellung nicht reglementiert.

Beurteilungskriterien

Die eingereichten Projekte werden von der Die*JungenHugos 2024-Jury gekürt. Die Jury wird vor allem auf die Nachvollziehbarkeit der Ideenentwicklung und die schlüssige Umsetzung schauen. Die Ideen werden auch in Bezug auf unsere Zukunft bewertet. Nicht zuletzt werden die baulichen und bildlichen Qualitäten des Entwurfes beurteilt.

Auszeichnungen

Die*JungenHugos sind mit insgesamt EUR 2.000,- dotiert. Es werden bis zu drei Preise und drei Anerkennungen vergeben. Diese werden im Rahmen des Architekturnovembers 2024 überreicht. Alle Preisträger*innen erhalten eine Urkunde. Das Preisgericht kann durch einstimmigen Beschluss die Verteilung der Preissumme und die Anzahl der Preise verändern.

Die ausgezeichneten Arbeiten werden im Oktober in der Ausstellung Die*JungenHugos 2024 im BDA WECHSELRAUM in Stuttgart gezeigt.

Abgabe

Abgabetermin ist Dienstag, der 10.Mai 2024, 18 Uhr. Bis zu diesem Termin müssen die Projekte über das in Kürze veröffentlichte Online-Formular mit Upload-Funktion eingereicht werden.

Nutzung und Rechte

Die eingereichten Arbeiten dürfen vom Auslober zum Zwecke der nationalen und internationalen Veröffentlichung (Buch, Zeitschriften, Ausstellungen, Webseiten, Social Media, etc.) und Dokumentation vollumfänglich zeitlich und örtlich unbeschränkt unter Namensnennung der Verfassenden genutzt werden. Alle eingereichten Bilder, Planunterlagen und Textmaterialien stehen dem BDA Baden-Württemberg unentgeltlich und frei von Rechten Dritter für die obengenannten Zwecke zur Verfügung. Alle sonstigen Rechte nach dem Urheberrechtsgesetz verbleiben bei den Autor*innen. Die eingereichten Unterlagen und Datenträger werden nicht zurückgesandt.

Jurysitzung und Bekanntgabe der Ergebnisse

Das Jury tagt voraussichtlich am 12. Juli 2024. Alle teilnehmenden Personen werden anschließend per Mail über das Ergebnis benachrichtigt.

Termine

● Ankündigungen an den Hochschulen ab Juli 2023

● Download der Auslobung ab März 2024

● Bearbeitungszeitraum der Entwürfe ab SoSe 2021 bis WiSe 2023/24

● Einreichung der Arbeiten online bis Freitag 10. Mai 2024, 18 Uhr

● Jurysitzung voraussichtlich 12. Juli 2024

● Preisverleihung 24. Oktober 2024

Die*JungenHugos2021

Preis

Francesca Depfenhart & Jan Moritz Bortt

GRÜNES QUARTIER AM HAFENPLATZ BERLIN

Universität Stuttgart

 

 

Wie kann eine Großstruktur erfolgreich revitalisiert werden? Mit diesem Projekt werden durch die Transformation einer Megastruktur in einen menschlichen Maßstab nachbarschaftliche Beziehungen und Kommunikation gefördert, um einer Anonymität entgegenzuwirken. Mit dem Konzept gelingt es, zwischen Theorie und Praxis, zwischen Haltung und gelebter Umsetzung zu vermitteln.

Preis

Pauline Rohländer

WEGE ZUR IDENTITÄT – ARCHITEKTONISCHE KONZEPTE FÜR DEN LÄNDLICHEN RAUM IM DIGITALEN ZEITALTER

Universität Stuttgart

 

Menschen zieht es verstärkt wieder aufs Land. Trotzdem möchten sie etwas erleben und wünschen sich kleine Theater oder Gemeinschaftshallen. Mit„Dorfleben“ assoziiert man seit jeher Nachbarschaft, Identität und einen menschlichen Maßstab. Diese ländlichen Charaktereigenschaften galten zwar oft schon als überholt, gewinnen aktuell aber zunehmend an Energie. Das Projekt gibt mutige Antworten auf die Frage, wie man Dorfleben neu denken kann.

Preis

Jonathan Hering

NEUE HASENBERGSTEIGE STUTTGART

Universität Stuttgart

 

Die Stadt ist ein Palimpsest, Strukturen werden ständig überschrieben. Spuren können teilweise aber wieder gelesen und – wenn möglich – genutzt werden. Hier werden mit Gespür für Räume, die Spannung generieren, bestehende Orte zusammengeführt, präzisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit einfachsten Mitteln wird aus dem Vorhandenen ein neuer Kulturraum geschaffen.

 

Preis

Laurena Ebe

UNIVERSITÄT DER GESTALTUNG ULM – DIE EVOLUTION EINES ERBES Universität Stuttgart

 

Der Entwurf ist realitätsnah und sehr gut durchgearbeitet. Vor dem Hintergrund der Belebung von industriellen Standorten trägt das Projekt zur Stadtaktivierung bei. Die Idee der historischen Hochschule für Gestaltung Ulm wird aufgegriffen und an einen innerstädtischen Ort verlagert. Die Aktualität besteht darin, dass die Hochschule an ein Mobilitätskonzept angeschlossen wird: die Studierenden können direkt mit dem Zug zur Hochschule gelangen und benötigen kein Auto mehr.

 

Anerkennung

Magdalena Weiland

FASSADENRÄUME

Staatliche Akademie der Bildenen Künste Stuttgart

 

Die Fassade wurde in den letzten Jahren vulgarisierst und nur noch als Kleid betrachtet, das man über ein Gebäude stülpt. Aber sie ist mit das wichtigste Bauteil: das Interface zwischen der Intimität des privaten Raums und der Öffentlichkeit der Stadt. Dieses Projekt eröffnet uns die Perspektive, an die historische Vorstellung von Fassade als Schicht anzuknüpfen und einen Bedeutungswandel zu vollziehen – von der Schnittstelle zwischen innen und außen hin zur Schnittmenge, die einen Dialog mit dem öffentlichen Stadtraum ermöglicht.

 

Anerkennung

Christine von Raven

NECKARINSEL STUTTGART

Staatliche Akademie der Bildenen Künste Stuttgart

 

Der Neckar bildet in Stuttgart eine Insel. Der Umgang damit bis in die 1970er/1980er-Jahre kann pointiert folgendermaßen zusammengefasst werden: „Da legen wir eine Autobahn drüber, dann Gleise und nochmals Gleise.“ Somit fungiert die Insel bislang nur als Auflager für die zahlreichen Brücken. Umso positiver fällt das Statement bei diesem Projekt auf: Wir müssen uns den Raum zurückerobern und es gibt Methoden und Ideen, wie dies gelingen kann!

 

Anerkennung

Friedrich Lorch & Dan Roth
SADAODI ARCHIPEL
Universität Stuttgart

 

Dies ist ein visionäres Projekt, eine Architekturutopie, eine Art Traumwelt mit Oasencharakter. Die Übersteigerung der archetypischen Formen verleiht dem Konzept seine Stärke. Das Projekt zeigt auf, dass es gelegentlich sinnvoll sein kann, sich von überkommenen Vorstellungen zu befreien, um neue Ideen und Welten für unsere Städte erdenken zu können.

 

Anerkennung

Lyuyan Shen
TEEHAUS
Universität Stuttgart

 

Dieses Projekt zeigt uns Momente auf, wie wir sie alle brauchen: die Rück-zugsmöglichkeit in eine einfache, nicht zu technisierte Welt. Das Konzept ist sehr reduziert im Einsatz der gewählten Mittel – nicht nur in Bezug auf die Konstruktion, sondern auch in der Anordnung der Räume. Hier rückt die emo-tionale Komponente der Architektur und ihre Sinnlichkeit in den Vordergrund. Auch Low Tech kann innovativ und visionär sein.

 

Startschuss-Preis

Emilie Schölkopf
DER POLYVALENTE RAUM
Hochschule für Technik Stuttgart

 

Mit dem vorliegenden Projekt wird mit einfachen Mitteln ein spannender neuer Raum auf einem Bestandsgebäude im Stuttgarter Zentrum geschaffen. Bauaufgaben wie diese werden zunehmend die Betätigungsfelder für Architektinnen und Architekten aufspannen. Die Arbeit, die im ersten Studienjahr entstanden ist, leistet hierzu einen vielversprechenden Beitrag.

 

Hugo Häring

Hugo-Häring Nachwuchspreis

Hugo Häring (* 22. Mai 1882 in Biberach an der Riß; † 17. Mai 1958 in Göppingen) war ein deutscher Architekt und Architekturtheoretiker.
Häring gilt als einer der wichtigsten Initiatoren des Neuen Bauens. Seine Beobachtungen und Gedanken zur Baukunst gehören zu den wesentlichen Grundlagen der Organischen Architektur, die besonders der Architekt Hans Scharoun (etwa bei der Berliner Philharmonie) aufgriff.

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Hugo Häring wurde als Sohn eines Schreinermeisters in Biberach an der Riß geboren. Nach dem Abitur 1899 in Neu-Ulm studierte er bis 1901 an der Technischen Hochschule Stuttgart, u. a. bei dem Neogotiker Skjold Neckelmann, und von 1901 bis 1902 an der Technischen Hochschule Dresden, u. a. bei Cornelius Gurlitt, Fritz Schumacher, Hugo Hartung und Paul Wallot, Architektur.
Er schloss 1903 sein Studium an TH Stuttgart bei Theodor Fischer ab. Von 1903 bis 1904 war Häring als Architekt in Ulm tätig. 1904 ließ er sich in Hamburg nieder. Dort war er u. a. Lehrer an der Kunstgewerbeschule; 1910 an der Eröffnung einer Filiale der Vereinigten Werkstätten für Kunst und Handwerk beteiligt; 1912 Mitarbeiter des Architekten Gustav C. E. Blohm und Mitglied im Hamburger Künstlerverein von 1832. Von 1915 bis 1921 wirkte Häring als Bauanwalt für Wiederaufbau in Ostpreußen (Allenburg, Kreis Wehlau), arbeitete daneben in Neu-Ulm als Architekt und von 1916 bis 1918 als Dolmetscher im Kriegseinsatz auf dem Balkan. 1918 heiratete er die Schauspielerin Emilia Unda und ließ sich 1921 in Berlin nieder. Dort beteiligte er sich an der Großen Berliner Kunstausstellung 1922. 1924 gründete er zusammen mit Ludwig Mies van der Rohe den sogenannten Zehnerring in Berlin und wurde 1926 zum Sekretär dieser auf 27 Mitglieder erweiterten Architektenvereinigung. In dieser Zeit teilten sich Mies van der Rohe und Häring ein Arbeitszimmer in der Wohnung von Mies van der Rohe am Anhalter Bahnhof Berlin. Häring kuratierte eine Ausstellung über städtebauliche Fragen Groß-Berlins auf der Großen Berliner Kunstausstellung 1927. 1928 war er Vertreter des »Rings« auf der Grüngungsveranstaltung des Congrès Internationaux d’Architecture Moderne (CIAM) in La Sarraz / Schweiz und schied 1930 aus dem CIAM aus. 1932 baute er auf der Werkbundsiedlung Wien. 1935 übernahm er die Reimann Schule in Berlin, die ab 1936 Kunst und Werk – Privatschule für Gestaltung hieß. Als die Schule 1943 ausgebombt wurde, kehrte Häring in seine Heimatstadt Biberach zurück. 1946 wurde er vorübergehend mit dem Wiederaufbau in der französisch besetzten Zone beauftragt und war von 1947 bis 1950 externer Mitarbeiter des Institutes für Bauwesen an der Akademie der Wissenschaften von Hans Scharoun in Berlin. 1950 heiratete er die Staatsschauspielerin Roma Bahn. Am 17. Mai 1958 starb Häring in Göppingen.